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19.02.2013
07:56

KanAM USA XII Limited Partnership

Keine weiteren Auszahlungen zu erwarten

Die Fondsgesellschaft KanAm USA XII Limited Partnership hat sich an einem Einkaufs- und Freizeitzentrum Meadowlands Xanadu in New Jersey, ca. fünf Meilen von Manhattan entfernt, beteiligt.

Die Fondsgesellschaft hat über unterschiedliche Banken Privatanleger akquiriert, die sich mit ihrem Kapital an diesem Projekt beteiligt haben. Gründungskommanditistin war die KanAm Grundbesitz GmbH mit Sitz in München.

Nachdem die Anleger in den ersten Jahren Ausschüttungen erhalten haben, stellte die KanAm USA XII Limited Partnership die Auszahlungen im Jahr 2007 endgültig ein. In der Folge wurde mitgeteilt, dass mit weiteren Kapitalrückflüssen aus dem Projekt nicht zu rechnen sei. Es ist also zu erwarten, dass die Anleger einen Verlust in Höhe des Betrages erleiden werden, der ihnen noch nicht in Form der Ausschüttungen zurückgezahlt wurde. 

Erschwerend kommt hinzu, dass die Verluste nicht steuerlich geltend gemacht werden können, da eine Verrechnung nur mit Gewinnen aus amerikanischen Einkünften aus Vermietung und Verpachtung möglich ist. Mit deutschen Einkünften sind die Verluste nicht verrechenbar.

Die Fondsbeteiligung ist unter anderem von unterschiedlichen deutschen Banken empfohlen worden. Es ist davon auszugehen, dass die Banken für diese Empfehlungen Provisionen kassiert haben. Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes ist über diese sog. Kick-Backs, also Rückvergütungen, der Anleger aufzuklären. Ist eine entsprechende Aufklärung  über die Art und Höhe der Rückvergütungen nicht erfolgt, haftet die Bank dem Anleger auf Schadenersatz.

 

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19.02.2013
07:08

Geschlossener Immobilienfonds der SHB

SHB Innovative Fondskonzepte GmbH & Co. Renditefonds 6 KG im Umbruch

Nach eigener Auskunft der Fondsverwaltung in einem Schreiben vom 28. Januar 2013 befindet sich der Fonds - wie auch andere SHB Fonds - in einer wirtschaftlich schwierigen Situation. Der Lösungsvorschlag der Fondsverwaltung sieht vor allem eine Kapitalerhöhung und einen Austausch der Geschäftsführung vor. Die Anleger sollen also weiteres Kapital in den SHB Innovative Fondskonzepte GmbH & Co. Renditefonds 6 KG investieren. Dieses sollte sich jeder Anleger allerdings gut überlegen, da keinesfalls eine Garantie besteht, dass das eingebrachte Kapital am Ende einer vereinbarten Laufzeit auch tatsächlich wieder zur Auszahlung gelangt.

Die von unserer Kanzlei vertretenen Anleger des SHB Innovative Fondskonzepte GmbH & Co. Renditefonds 6 KG erhielten von ihrem Anlageberater die Empfehlung bestehende Lebensversicherungen zu kündigen und sich an dem Fonds zu beteiligen. Bereits bei einer entsprechenden Empfehlung kann vermutet werden, dass eine ordnungsgemäße Anlageberatung nicht erfolgt ist. Hätte der Anlageberater die Anleger darauf hingewiesen, dass ein ungleich höheres Risiko - bis hin zum Totalverlustrisiko - bei einer Investition in den SHB Innovative Fondskonzepte GmbH & Co. Renditefonds 6 KG besteht, hingegen die Lebensversicherungsverträge im Vergleich deutlich verlustsicherer sind, ist zu vermuten, dass eine Vielzahl der Anleger sich nicht für eine Investition in den Fonds entschieden hätten.


Sollte sich dieses Totalverlustrisiko nun aufgrund der mitgeteilten wirtschaftlichen Schieflage realisieren, könnten Anleger ihr gesamtes eingezahltes Kapital verlieren.

Für eine entstehenden Schaden haftet unter bestimmten Umständen der Anlageberater, nämlich dann, wenn eine ordnungsgemäße Anlageberatung nicht stattgefunden hat. Eine solche Beratung setzt auch voraus, dass ein Vergleich zwischen einem Produkt erfolgt, das der Berater empfiehlt zu kündigen und dem anderen Produkt, das der Berater im Gegenzug empfiehlt, zu erwerben. Auch über andere wesentliche Aspekte der Fondsbeteiligung hätte ein Anlageberater aufklären müssen. Hierzu gehört selbstverständlich die Funktionsweise des Fonds aber auch das bestehende Totalverlustrisiko.

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KGAL Fonds pleite

Antrag auf Insolvenz bei KGAL Bulker-Fonds Sea Class 9/10

Die beiden Fonds KGAL Sea-Class  9 und 10 haben am 11. Januar 2013 Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens gestellt. Erneut gibt es damit schlechte Nachrichten für Anleger zweier Schiffsfonds.

Grund für den Insolvenzantrag war wohl der Umstand, dass die Schiffscharterer sich weigerten sowohl die Charter zu zahlen als auch die Schiffe wieder herauszugeben. Die Fondsgesellschaften waren daher nicht mehr in der Lage Zins- und Tilgungsleistungen aus bestehenden Finanzierungsverträgen zu bedienen.

Eine Rückabwicklung des Fonds lehnte die KGAL vorerst ab, so dass zu erwarten ist, dass die Anleger ihr eingebrachtes Kapital zumindest zu einem erheblichen  Teil verlieren werden, obwohl die Beteiligungen mit einem besonderem Sicherheitskonzept beworben wurden.

Ob die Anleger ihre Anlageberater auf Schadenersatz in Anspruch nehmen können, hängt entscheidend davon ab, ob eine ordnungsgemäße Anlageberatung erfolgt ist. Dies setzt jedenfalls voraus, dass über sämtliche wesentlichen Aspekte der Kapitalanlage aufgeklärt wurde. 

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Rückläufige Investitionsvolumen bei geschlossenen Fonds

VGF stellt Platzierungsergebnisse für 2012 vor

Am 05. Februar 2013 fand der Fachkongress des Verbandes Geschlossene Fonds in Frankfurt am Main statt. Zu berichten gab es insbesondere das deutlich schlechtere Ergebnis der Eigenkapitalakquise, die sich in 2012 noch lediglich auf einen Gesamtbetrag von 4,5 Mrd. € belief. In 2011 konnten die Anlageberater noch Eigenkapital in Höhe von 5,85 Mrd. € für geschlossene Fonds beschaffen.

Der größte Anteil der eingesammelten Gelder wurde in geschlossene Immobilienfonds investiert, die ausschließlich auf dem deutschen Immobilienmarkt tätig sind (2,05 Mrd. €). Für geschlossene Immobilienfonds, die sich auf ausländischen Immobilienmärkten engagieren, konnten 730 Mio. € akquiriert werden. 

Aufgrund der äußerst negativen Entwicklung von Schiffsfonds, wurde in diesem Bereich noch 258 Mio. € Anlegergelder investiert.

Auffällig war außerdem, dass die Banken Marktanteile im Bereich der Anlageberatung an den freien Vertrieb verloren haben. Die Banken hatten im Bereich der Anlageberatung für geschlossene Fonds Rückgänge von 43 % zu verzeichnen. Ob dieser Umstand für die Qualität der Anlageberatung nützlich ist, muss sich allerdings wohl erst noch erweisen.

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06.02.2013
17:07

Schadenersatz für Anleger der MPC Offen Flotte?

Haftung der Anlageberater und Banken

Der für Anleger der Beteiligungsgesellschaften der MPC Offen Flotte zu erwartende Verlust wird nach Mitteilung von Claus-Peter Offen zu Beginn des Jahres wohl erheblich ausfallen und bei über 95 % - 100 % liegen. 

Die Beteiligungen an den Fondsgesellschaften sind auch von Banken vertrieben worden. Sofern die Anlageberater der Banken ihre Kunden im Rahmen eines Beratungsgespräches nicht auf die wesentlichen Aspekte der betreffenden Kapitalanlage bei der MPC Offen Flotte hingewiesen haben, haften diese den Anlegern auf Schadenersatz.

Zu den wesentlichen Aspekten der Beteiligung an der MPC Offen Flotte gehört in erster Linie sicherlich der Umstand, dass es sich um einen geschlossenen Schiffsfonds handelt, der eine erhebliche Laufzeit vorsieht. Unserer Kanzlei sind Fälle bekannt, in denen über 70 jährigen Kunden diese Fonds mit einer Laufzeit bis 2023 o.ä. empfohlen wurden, ohne gesondert auf die Langfristigkeit der Fonds hinzuweisen. Da es der Funktionsweise geschlossener Fonds eigen ist, dass diese nicht handelbar sind, sind die Anleger bis zum Laufzeitende an die Fondsgesellschaften gebunden, wenn sie nicht durch eine vorzeitige Beendigung erhebliche Verluste erleiden wollen.

Im Falle einer fehlerhaften Anlageberatung haftet die Bank auf Schadenersatz und hat dem Anleger sein eingebrachtes Kapital zurückzuzahlen.