Ein Service von RSW-Beratung

Zur Zeit wird gefiltert nach: DCM Fonds
Filter zurücksetzen

06.10.2015
09:26

Probleme mit Löschung der S & K Grundschuld

Nichts Neues von den DCM- Fonds

Ein Beitrag von Rechtsanwalt Thomas Kreyenkötter, Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht, und von Katharina Jule Engler, studentische Hilfskraft.

In der Regel findet man bei Internetrecherchen zu Fonds, die in Schieflage geraten sind, auf einen Klick jede Menge Informationen und Presseberichte. Nicht so bei den DCM- Fonds. Die damalige Initiatorin der Fonds die DCM Deutsche Capital Management AG des Johann Deinböck ist bereits im März 2013 insolvent gegangen. Die einzelnen Fonds- Gesellschaften sind zwar weiterhin existent, waren ebenfalls schwer geschädigt worden durch die Verwicklung ins S&K-Geflecht (lesen Sie dazu auch die vorstehenden Beiträge). So wurden durch die entsprechend eingesetzten Geschäftsführer von S&K überteuerte Schrottimmobilien gekauft, wodurch das Fondskapital abfloss. Weiterhin wurden zu Lasten mehrerer Fonds Grundschulden  durch Marc-Christian Schraut, einen ebenfalls durch S&K eingesetzten Geschäftsführer, bestellt. Grundschulden sind im Grundbuch eingetragene, bindende Verpflichtungen mit einem Grundstück zu haften. Grundschulden werden in der Regel als Sicherheit bei einer Darlehensgewährung eingebracht. Außerdem gewährten die Fondsgesellschaften selbst Darlehen, natürlich ohne ausreichende Sicherheiten zu verlangen, die bei Zahlungsausfall zur Haftung hätten heran gezogen werden können, so dass an dieser Stelle ebenfalls Kapital abfloss.

Zu diesen schwer gebeutelten Fonds gehörten insbesondere auch die DCM KGen 13 und 14. Der DCM KG 13 stand einstmals stattliche 75 Mio. € Eigenkapital zur Verfügung. Wie viel davon jetzt noch übrig ist, kann lediglich vermutet werden; jedenfalls kann sie sich bereits seit 2009 keine Ausschüttungen mehr leisten. Seitdem wird seitens der Fondsverwaltung eine Nebelpolitik betrieben, indem keine Gesellschafterversammlungen mehr einberufen werden, nur stark verkürzte Geschäftsberichte veröffentlicht werden und stattdessen Jahr um Jahr die entsprechenden Entlastungsentscheidungen von den Anlegern verlangt werden. Die Löschung der bestellten Grundschulden scheint sich ebenfalls zu verzögern, dabei ist S&K spätestens seit Beginn dieses Jahres aufgeflogen. Einzig die Interessengemeinschaft (IG) des DCM 12 schafft es offensichtlich Druck auf „ihren“ Fonds zu machen und verkündet auf ihrer Homepage eine erfolgreiche Ablehnung der Entlastung des geschäftsführenden Johann Deinböck und vor allem auch die Ablehnung der Gestattung zur Vornahme von Geschäften mit sich selbst (im Sinne von § 181 BGB), die Deinböck verlangt hatte. Gegen Deinböck war bereits 2001 von den Staatsanwaltschaften München unter anderem wegen Kapitalanlagebetrug  ermittelt worden. Dieses Verfahren musste lediglich wegen Verjährung eingestellt werden.

Wer steht heute hinter den DCM Kapitalgesellschaften?

Weil so wenig Informationen nach außen dringen, fragt man sich, wer denn überhaupt verantwortlich wäre, solche zu veröffentlichen oder wenigstens die Löschung der eingetragenen Grundschulden aus dem Grundbuch zu betreiben. Dabei tauchen vor allem drei Gesellschaften auf. 

Zum einen die Curia HHKL Treuhand GmbH, die in München sitzt. Ihr Geschäftsführer bis März 2013 war ein gewisser Dr. Gero Kollmer, der in den Zusammenhängen mit der S&K Affäre sogar kurzzeitig inhaftiert war und als einer der „Schattenmänner“ gilt, der den Aufbau des betrügerischen Schneeballsystems überhaupt ermöglichte. Sein Ausscheiden, die Insolvenz der DCM AG und die Anklage im S&K- Prozess fallen im Übrigen auffällig ineinander. Es ist die Frage zu stellen, ob sich die Curia von seinen Kollmer- Altlasten tatsächlich ganz befreien konnte.

An der Adresse der Curia HHKL in München hat auch die optegra HHKL einen ihrer Sitze. Diese ist eine Steuerberatungsgesellschaft, die offenbar die Steuerberatung für die DCM Fonds übernimmt. Wie schon an dem gleichen Namenszusatz HHKL erkennbar, gehören beide Gesellschaften zusammen. Man könnte sich fragen, ob nicht Interessenkonflikte bestehen, wenn ein Anlegertreuhänder und eine Fonds- Steuerberater nicht nur unter einem Dach sondern vielleicht sogar Hand in Hand arbeiten.

Zuletzt ist als Spieler auf dem DCM Feld die Pronovi Fondsverwaltungs GmbH zu nennen, die die Immobilien der DCM Renditefonds KG 1, 3-6, 8, 11-16, 18, 19, 22 und 23, der DCM Partnerfonds KG 2 und 3 und schließlich der DCM Vermögensaufbau Fonds KG 1 und DCM Indien 1 betreut. Die Pronovi wurde eigens zur Fondsverwaltung umgewandelt und als Geschäftsführer ein Herr Matthias Meyer eingesetzt, der angeblich aus dem Deinböck- DCM Lager kommt. Trotz des Untergangs von S&K und der DCM AG Insolvenz scheint sich also außer wenigen Namen bei DCM nicht viel geändert zu haben.

Bei so vielen Unbekannten, sollten Anleger nicht davor zurückschrecken, sich stark zu machen und Aufklärung zu verlangen. Im Zweifel kann dies auch klageweise geschehen. Wir beobachten weiterhin, ob die DCM Fonds es wieder ins Rampenlicht der Medien schaffen und durch öffentlichen Druck wenigstens irgendetwas passiert.

Nach oben

31.03.2015
10:39

S&K: Anklage erhoben

Strafrechtliches Mammutverfahren eröffnet

Nachdem das Schneeballsystem der S&K-Gruppe unter den Firmengründern Stephan Schäfer und Jonas Köller im Februar 2013 aufgeflogen war, hatte der aufwendige Lebensstil der Verantwortlichen ein jähes Ende. Seit nun zwei Jahren sitzen sechs Verdächtige dieses Finanzskandals in Untersuchungshaft. Ein Fluchtversuch von Stephan Schäfer im September 2013 durch einen Sprung aus dem Fenster des Gerichtsgebäudes hatte statt der Freiheit nur erhebliche Knochenbrüche zur Folge. Ein siebter Beschuldigter ist lediglich wegen fehlender Fluchtgefahr noch auf freiem Fuß.

Schon in der Entscheidung über die Verlängerung der Untersuchungshaft im November 2014 machte das Oberlandesgericht (OLG) Frankfurt deutlich, dass es die Beschuldigten des gewerbs- und bandenmäßigen Betruges (teilweise Beihilfe) sowie teilweise darüber hinaus der schweren Untreue bzw. der Anstiftung zur Untreue dringend verdächtig hielte. Anlegern der S&K- Gruppe sei vermittelt worden, mit den von ihnen eingezahlten Geldern im Rahmen der aufzulegenden Fonds Gewinne realisieren zu können. Tatsächlich sei beabsichtigt gewesen, die Gelder für die Ausstattung des von den Hauptbeschuldigten Schäfer und Köller unterhaltenen Schneeballsystems zu verwenden. 

Mit entsprechenden Vorwürfen erhob nun auch die Staatsanwaltschaft Frankfurt Anklage gegen die sieben mutmaßlichen Verantwortlichen. Köller und Schäfer werden als Hauptangeklagten in einer 3.150 Seiten starken Anklageschrift 49 Straftaten vorgeworfen. Der entstandene Vermögensschaden belaufe sich auf rund 240 Mio. €. Allerdings sei der Gesamtschaden vermutlich noch weit höher, laut dem Leitenden Oberstaatsanwalt Albrecht Schreiber. 

Zivilprozess für Schadensersatz

Anleger können die Verantwortlichen direkt durch zivilrechtliche Klagen zur Rückzahlung der investierten Gelder verpflichten lassen. So verurteilte das LG München im Januar bereits in einem Fall um die „Deutsche S&K Sachwert GmbH & Co. KG“ Schäfer, Köller und Hauke Braun persönlich zum Schadensersatz wegen der Initiierung des Fonds. Es darf als wahrscheinlich angesehen werden, dass ähnlich gelagerte Fälle ebenfalls erfolgreich sein würden. Wir beraten Sie gern, sollten Sie Ihre Gelder im Dunstkreis der S&K- Gruppe verloren haben. Thomas Kreyenkötter ist Fachanwalt im Bank- und Kapitalmarktrecht in der Kanzlei RSW Beratung mit Sitz in Münster, Dülmen und Steinfurt und somit Experte für zivilrechtliche Klagen gegen Fondsanbieter und Anlagenvermittler/-berater.

Nach oben

20.06.2014
09:53

Anlegergelder bei DCM 12 KG in Gefahr!

Geschäftsführer Deinböck: Immobilienverkauf bringt keinen Überschuss

Es gibt Neuigkeiten von der DCM-Gruppe, die im vergangenen Jahr insbesondere durch ihre Verbindung mit der betrügerischen S&K-Gruppe in die Schlagzeilen geriet (wir berichteten). Während die DCM AG mittlerweile insolvent ist, bleibt die Situation bei einigen Fonds der Gruppe weiterhin unklar. So ist zum Beispiel bei der DCM Verwaltungs GmbH & Co. Renditefonds 12 KG nicht sicher, wie es für die Anleger weitergeht. Sie hatten der freihändigen Veräußerung der vier Fondsimmobilien zugestimmt, weil eine Fortführung nach Angaben der Geschäftsführung unwirtschaftlich sei. 

Genaueres wurde aber nicht bekannt, sodass verärgerte Anleger als Interessengemeinschaft IG-DCM einen Antrag auf Einberufung einer außerordentlichen Gesellschafterversammlung stellten. Dieser wurde von DCM-Gründer und Fondsgeschäftsführer Johann Deinböck abgelehnt. Stattdessen verschickte er einen Rundbrief, der einige wenige Informationen enthält. Nach diesen Angaben sind zwei der Immobilien mittlerweile verkauft worden. Der erzielte Kaufpreis wird jedoch vollständig dazu verwendet werden müssen, bestehende Verbindlichkeiten zu tilgen. Auch für die beiden noch zu verkaufenden Objekte seien keine Überschüsse für die Anleger zu erwarten, so Deinböck. 

Anleger der DCM 12 KG haben also das Schlimmste für ihr Kapital zu befürchten. In unserer Kanzlei RSW Beratung in Münster, Dülmen und Steinfurt berät Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht Kreyenkötter Sie gerne zu Ihren Fragen in dieser Sache.

Nach oben

07.10.2013
06:57

DCM Flugzeugfonds 1: Auszahlung verzögert sich

Insolvenz der DCM AG zieht weite Kreise

Nach der Insolvenz der DCM AG im Zusammenhang mit den Machenschaften der S&K-Gruppe (wir berichteten ausführlich) werden immer weitere Folgen bekannt. Dies mussten vor einer Weile auch die Gesellschafter der DCM GmbH & Co. Flugzeugfonds 1 KG erfahren. Noch im März dieses Jahres war ihnen eine Auszahlung für das Geschäftsjahr 2012 zum 2. Mai 2013 versprochen worden. Diese verzögert sich nun allerdings aufgrund von Ungereimtheiten im Zusammenhang mit der Insolvenz. Bisher ist noch nicht bekannt, ob die Auszahlung noch erfolgen wird und inwiefern der Flugzeugfonds als eigenständige Gesellschaft von der Insolvenz betroffen ist.

Nach oben

11.07.2013
09:50

Zusammenhang mit S&K-Skandal?

Prime Office entlässt Vorstandsvorsitzenden

Claus Hermuth, Vorstandsvorsitzender der Prime Office REIT-AG, wurde vom Aufsichtsrat mit sofortiger Wirkung abberufen. Die Hintergründe dieser plötzlichen Entlassung deuten auf eine Verwicklung Hermuths in die Machenschaften um S&K und DCM hin. Hermuth, der jahrelang Vorstandsvorsitzender der DCM AG war, scheint Prime Office in mehrere fragwürdige Geschäfte verwickelt zu haben. Aufsehen erregte unter anderem der Erwerb des Hochhauses der Süddeutschen Zeitung in München 2007. Der Wert der Immobilie sollte dadurch gesteigert werden, dass die unterirdische Fläche zu der Büro-Nutzfläche hinzuaddiert wurde. 

Für weitere Immobilien in München zahlte Prime Office Millionenbeträge, um sich ein Zugriffsrecht zu sichern, obwohl die Objekte seit Jahren als schwer vermittelbar gelten. Empfänger dieser Beträge war interessanterweise eine Gesellschaft, deren Mehrheitsaktionär DCM-Gründer Johann Deinböck war. Einiges deutet darauf hin, dass die Verbindung von Hermuth und DCM beim Aufsichtsrat von Prime Office Besorgnis ausgelöst hat. Es bleibt nun abzuwarten, ob im Zuge der Vorgänge bei Prime Office weitere Details über die Geschehnisse bei DCM und S&K ans Licht kommen.

Nach oben