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20.08.2015
13:48

Dr. Amann KG: Schweizerisches Bundesgericht verurteilt Dr. Jürgen Amann

Arglist in Bezug auf alle Anleger

Ein Beitrag von Rechtsanwalt Thomas Kreyenkötter, Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht, und von Katharina Jule Engler, studentische Hilfskraft.

Dr. Jürgen Amann wurde in der Finanzwelt in 70er Jahren bekannt. Er versprach Eigenheimkäufern und gewinnstrebenden Bauherren ein Finanzierungsmodell, das sich insbesondere durch mögliche Abschreibungen beim Finanzamt rechnen sollte. Das tat es aber letztendlich nicht, weil sich die Finanzämter quer stellten. Anschließend bemühte sich Amann, Gewinne in St. Tropez zu erzielen. Das Ergebnis war ein Berufsverbot von bis zu zwei Jahrzehnten.

Zuletzt zog sich Amann in die Schweiz zurück, um von dort aus die Dr. Amann KG zu initiieren, die ebenfalls Beteiligungen an Immobilien anbot. Dazu gehörte auch das Objekt „White Plaza“. In diesem Zusammenhang bestätigte das Schweizerische Bundesgericht in Lausanne nun ein Urteil des Strafgerichts des Kantons Zug und verurteilte Amann zu 21 Monaten Freiheitsstrafe. Die Gerichte sahen die Tatbestände des gewerbsmäßigen Betrugs und der mehrfachen qualifizierten ungetreuen Geschäftsbesorgung als erfüllt an. Insbesondere wurde Amann Arglist gegenüber sämtlichen Anlegern vorgeworfen. Selbst gegenüber solchen, die ihre Anlage nur auf Grund des Prospekts zeichneten, also ohne Kontakt zu Amann selbst, habe er sich arglistig verhalten. Denn anders könne das serienmäßige Vorgehen nicht von statten gegangen sein.

Als das White Plaza in den Vertrieb kam, wurde es als vollvermietet angeboten, somit als relativ risikoarme Anlage. Bei dieser Angabe handelte es sich um eine glatte Lüge. Der Hauptmieter war nämlich eine Gesellschaft, die zum Amann- Geflecht gehörte, und lediglich als Zwischenmieter fungierte, um neue Mieter zu finden. Als dieser Zwischenmieter Zahlungen nicht mehr nachkam, geriet auch der Fonds in Schieflage.

Ein weiterer Strafprozess läuft gegen Amann bezüglich des Fonds „Schweizer Hof“. Es bleibt abzuwarten, ob Amann in die Schweiz einreisen wird, um die bereits verhängte Haftstrafe anzutreten und sich dem weiteren Prozess zu stellen. Anleger sollten jedenfalls von allen Anlagen, die mit der Dr. Amann KG in Zusammenhang stehen, die Finger lassen.

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