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Lombardium: Staatsanwaltschaft äußert Verdacht auf Schneeballsystem

Lombardium Beiteiligungs- GmbHs melden Insolvenz an

Ein Beitrag von Rechtsanwalt Thomas Kreyenkötter, Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht, und von Katharina Jule Engler, studentische Hilfskraft.

Lombardium bezeichnet sich selbst als Pfandleihhaus für Luxusgüter und verspricht schnelle Liquidität für alle Wohlhabenden. Waren Sie schon einmal in einem Pfandleihhaus, um erst einen wertvollen Gegenstand zu hinterlegen, dafür Bargeld bzw. ein Darlehen zu erhalten und nach einiger Zeit mit anderswo erworbenem Geld die Auslösesumme zuzüglich Zinsen für den Gegenstand zurückzubezahlen? Vermutlich nicht. Pfandleihhäuser scheinen eher Relikte aus Geschichten wie Oliver Twist zu sein, die in den Armenvierteln des frühen 20. Jahrhunderts spielen. Weshalb nun gerade Wohlhabende, die ja ohnehin wohlhabend sind, regelmäßig ihre Luxusgüter bei Lombardium abgeben, um sich zwischenzeitlich Barmittel zu beschaffen und gleichwohl kurze Zeit später die Mittel haben, die Güter zuzüglich Zinsen wieder auszulösen, ist somit nicht ganz einleuchtend.

Anlagemodell Lombardium

Um den Personen, die ihre Wertgegenstände bei Lombardium als Pfand hinterlegen, die entsprechende Barsumme auszahlen zu können, benötigt das Pfandleihhaus selbst Zugriff auf Geldvermögen. Dieses Geld hat sich Lombardium durch verschiedene GmbHs wiederum leihen lassen. An den GmbHs (z.B. SchroederLombard, Lombard Classic 1 - 3, Erste Oderfelder Beteiligungsgesellschaft) konnten sich Privatanleger als stille Gesellschafter beteiligen. Das heißt, sie stellten den GmbHs in der Regel zwischen 10.000 und 15.000 Euro zur Verfügung und erhielten das Versprechen diese Summe zuzüglich Zinsen zurückzuerhalten.

Betrug, Schneeballsystem, Insolvenzen

Ein Versprechen, das die GmbHs nun nicht mehr einhalten werden.  Lombardium teilte im August 2015 noch mit, dass die als Pfand hinterlegten Güter hätten einen Wert von etwa 250 Millionen Euro. Im Mai 2016 wurde richtiggestellt, dass der Wert eher zwischen 13,6 und 19 Millionen läge. Die Staatsanwaltschaft ermittelt mit dem Verdacht auf ein Schneeballsystem wegen Betrugs gegen Lombardium; Anlegergelder von ca. 1400 Anlegern könnten zweckwidrig verwendet worden sein. Noch darüber hinaus verbot die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) Teile der Lombardium- Geschäfte, weil für diese keine nötige Erlaubnis vorgelegt werden konnte und schnitt damit eine weitere Einkommensquelle ab. Zwei der Beteiligungsgesellschaften sind insolvent, nämlich die Erste Oderfelder Beteiligungsgesellschaft und LombardClassic 3. Auch die Gesellschaft, die die Anlageprodukte anbot, die Fidentum GmbH, ist seit Jahreswechsel insolvent.

Fazit

Der ganze  Moloch rund um Lombardium könnte viele Anlegergelder verschlingen. Derzeit gehen Meldungen um, dass die Beteiligungsgesellschaften sogar versuchen, bereits ausgezahlte Summen von den Anlegern zurückzufordern. Hier sollten alle Alarmglocken schrillen und genau geprüft werden, ob es sich um berechtigte Ansprüche handelt. In der Kanzlei RSW Beratung mit Sitz in Münster, Dülmen, Nordhorn, Plettenberg und Steinfurt ist Herr Rechtsanwalt Thomas Kreyenkötter tätig. Er ist Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht und ist somit ein kompetenter Ansprechpartner für die Bewertung aller Fragen rund um Lombardium. 

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