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13.10.2015
07:10

Euro Grundinvest, New Capital Invest, Selfmade Capital, dima24.de, Panthera u.v.m.

Beschlagnahme von Vermögen in Höhe von ca. 14 Millionen Euro

Ein Beitrag von Rechtsanwalt Thomas Kreyenkötter, Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht, und von Katharina Jule Engler, studentische Hilfskraft.

Im August dieses Jahres ging die Meldung durch die Presse, dass bei Malte Hartwieg, Verantwortlicher für einen der größten Anlegerbetrugsskandale der letzten Jahre, ca. 14 Mio. € durch die Staatsanwaltschaft beschlagnahmt wurden. Angesichts der Millionen an Anlegergeldern, die über die von ihm gegründeten Online- Vertriebsplattformen dima24.de für seine eigenen Fondsgesellschaften eingesammelt wurden, sind die 14 Millionen allerdings wohl nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Genaue Zahlen über den Gesamtschaden sind immer noch nicht bekannt, dabei wurde die Strafanzeige bereits 2013 gestellt. Weiterhin ist auch noch immer keine Anklage durch die Staatsanwaltschaft erhoben worden, was auf umfangreiche Ermittlungen hinweist.

Das Strafverfahren ist für geschädigte Anleger z.B. der NCI New Capital Invest Fonds, Selfmade Capital oder auch der Nitro Invest deshalb relevant, weil sich aus strafbaren Handlungen zivilrechtliche Ansprüche gegen die Beteiligten ergeben können. Allerdings sind für viele der Hartwieg- Unternehmen vorläufige Insolvenzverfahren eröffnet worden, so dass Forderungen noch nicht angemeldet werden können bis es zu einem endgültigen Insolvenzverfahren kommt. Auch wenn es dann zu einer „richtigen“ Insolvenzanmeldung kommt, ist eine Rückzahlung des ergaunerten Geldes aber unwahrscheinlich, denn es wurde ja gerade die Zahlungsunfähigkeit der Gesellschaft festgestellt. Das noch vorhandene Vermögen wird lediglich möglichst gerecht verteilt.

Weil vermutlich nur ein Bruchteil der eigentlichen Forderung der Anleger gegen die Gesellschaften bedient werden kann, sollte auch in Erwägung gezogen werden, andere Verantwortliche zur Verantwortung zu ziehen. Dies können insbesondere Anlageberater und -vermittler sein, die nicht korrekt über Risiken der Anlage aufklärten oder unter falschen Bedingungen die Anlagen empfohlen haben. Dima24.de, die Vertriebsplattform die Hartwieg nutzte, um seine eigenen Gesellschaften mit guten Bewertungen auszustatten, ist mittlerweile offensichtliche völlig von ihm abgetrennt.

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Canada Gold Trust: Gold als große Chance?

Anlegerkapital verschwunden – Insolvenz angedroht

Die Canada Gold Trust (CGT) sammelte im modernen Goldrausch mit Versprechungen von 14 % Rendite ca. 50 Mio. €  Anlegergelder ein. Die Gelder sollten größtenteils in die Henning Gold Mines Inc. (HGM) investiert werden, die in Kanada Gold förderte. Sogar ProSiebens Fernseh-Show „Galileo“ stellte die Goldgräberstelle der HGM in Kanada als erfolgreiche und vielversprechende Quelle für Reichtum dar. Die Realität sah und sieht leider vollkommen anders aus. Nachdem im Sommer 2014 die CGT Fonds I-III im Rahmen einer großen Umstrukturierungsmaßnahme die Umwandlung ihrer bestehenden Darlehen in Aktien beschlossen, rissen die Negativschlagzeilen nicht mehr ab. 

Ein Anlegerinformations- Bericht der HGM über eine ihrer Minen wurde im Dezember 2014 von den kanadischen Behörden kassiert. Der Bericht verstieß gegen diverse Vorschriften eines Regelwerks, das Anleger vor  irreführenden, fehlerhaften und betrügerischen Informationen zu Mineralienabbauprojekten schützen soll. Die HGM musste zum Teil ganze Passagen von ihrer Homepage entfernen, andere umfangreich korrigieren. Gründe für die Rücknahmen waren, dass keine Betriebs- und Investitionskosten, Rückführungen, Schmelzkosten etc. erkennbar in die Aufstellungen einbezogen wurden. Außerdem seien nur die besten Ergebnisse dargestellt, statt ein realistisches Mittel anzugeben. Somit könnte man den Bericht als deutlich geschönt bezeichnen. (Firmenhomepage auf englischer Sprache http://www.henninggoldmines.com/news). Im Winter 2014 feindeten sich überdies die HGM- Verantwortlichen Donhuysen und Schmolinski öffentlich an. Dabei ging es unter anderem um Vorwürfe, Gelder veruntreut zu haben, und die Aufforderung dementsprechend Geld wieder nachzuschießen. Schmolinski stellte sogar in Frage, ob die HGM andernfalls überhaupt in die Abbausaison starten könne. Diese Vorwürfe sind bis heute nicht widerlegt.

Auch die CGT scheint nicht besonders viel von der Preisgabe realistischer Zahlen und Ziele zu halten. Während bis 2014 die angekündigten max. 14 % Rendite auf die Anlegergelder noch ausgezahlt wurden, forderten die Verantwortlichen Anfang des Monats nun Ausschüttungen von den Anlegern zurück. Andernfalls drohe die Insolvenz. Anleger sollten sorgfältig prüfen, ob sie die Gelder tatsächlich zurückzahlen. Fachliche Beratung durch einen Rechtsanwalt ist dringend zu empfehlen, insbesondere mit Hinblick auf die Möglichkeit von Schadensersatzforderungen wegen fehlerhafter Anlagenberatung als auch aus unerlaubter Handlung. Dabei sind Verjährungsfristen zu beachten, das heißt schnelles Handeln ist erforderlich, gerade für die zuerst aufgelegten Fonds CGT I und II.

Der Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht Thomas Kreyenkötter ist in der Kanzlei RSW Beratung mit Standorten in Münster, Dülmen und Steinfurt tätig. Sollten Sie in das Gold der CGT investiert haben und nun um Ihre Anlagen fürchten, steht er Ihnen gerne zu einer professionellen, anwaltlichen Beratung zur Verfügung.

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07.04.2015
10:45

Euro Grundinvest, New Capital Invest, Selfmade Capital, dima24.de, Panthera u.v.m.

Malte Hartwieg erhält Verfügungsverbote in Liechtenstein

Im Jahr 2014 wurde langsam deutlich, dass bei alle Gesellschaften mit Verbindung zum gelernten Maurer Malte Hartwieg, Anleger wohl um ihr Geld fürchten müssen. Beängstigend ist, dass der vorläufige Insolvenzverwalter Rolf Pohlmann von 35 Hartwieg- Gesellschaften als derzeit bekannte Zahl 117 Gesellschaften nennt, die zum Firmengeflecht Hartwiegs dazugehören bzw. -gehörten. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Hartwieg wegen Verdachts auf Kapitalanlagebetrug. Zweifel an der Seriosität der Hartwieg- Firmengruppe war 2014 aufgekommen, als eine Geschäftsführerin einer New Capital Invest (NCI)- Gesellschaft sich als Strohfrau zu erkennen gab und damit deutlich wurde, dass Hartwieg an viel mehr Stellen die eigentliche Verantwortung trug, als öffentlich bekannt werden sollte. Soweit sich dieser Verdacht beweisen lassen sollte, kann ihm vorgeworfen werden, Interessenkonflikte, die für Anleger entscheidungsrelevant gewesen wären, nicht preisgegeben zu haben. 

Wegen des Verdachts der Geldwäscherei hat nun das Fürstliche Landgericht des Fürstentums Liechtenstein ein Verfügungsverbot gegen Malte Hartwieg, Tünde Hartwieg (Ehefrau von Malte Hartwieg) und Thomas Jürgen Werner ausgesprochen. Das heißt, diese drei Personen können nun nicht mehr auf in Liechtenstein gelagerte Goldbestände im Umfang von 234,68 kg Gold und darüber hinaus auf Millionen- Geldbeträge zugreifen. Insgesamt geht es wertmäßig um eine Summe von ca. 10 Mio. €. Ausführlich legt das Fürstliche Landgericht in der Begründung des Verbots dar, welche Wege die Geldmittel vermutlich nahmen, bis sie in Liechtenstein ankamen. Bis zu sechs verschiedene Stationen sollen gemacht worden sein, bis die Werte mehr oder weniger in einem Kreislauf in Liechtenstein wieder den Verfügungsgegnern auf Konten gutgeschrieben wurden. Damit sei der Verdacht der Geldwäscherei ausreichend begründet. 

Verstecken und verwirren scheint Hartwiegs Spezialität zu sein. Anleger der insolventen Hartwieg- Gesellschaften können unter pohlmannhofmann.de/selfmade/ einige Informationen erhalten. Bei diesen Investitionen kann nach Angaben von Pohlmann sogar der Totalverlust der angelegten Gelder drohen. Bei Gesellschaften, die bisher nicht Insolvenz angemeldet haben, kann ein gerichtliches, schnelles Vorgehen nötig werden, um mit möglichst geringen Verlusten die investierten Gelder zurückzuerlangen. Herr Thomas Kreyenkötter ist Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht und vertrat bereits in vielen Fällen geschädigte Anleger gegen Fondsinitiatoren, aber auch gegen Anlageberater und -vermittler. Sollten Sie einen Termin mit ihm wünschen, können Sie ihn über die Kanzlei RSW Beratung mit Sitz in Münster, Dülmen und Steinfurt kontaktieren.

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