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HCI und MPC „Deepsea Oil Explorer“: Schadensersatzpflicht gerichtlich bestätigt

Anlagenvermittler und Anleger gemeinsam gegen Gründungsgesellschafterin

Das Landgericht (LG) Hamburg bestätigte in einem Urteil vom 12.06.2015 die neue Linie des Bundesgerichtshofs (BGH), dass Anlagenvermittler bei Falschberatung aufgrund von fehlerhaften Prospekten nicht immer die richtigen Klagegegner sind. Denn liegt der Fehler im Prospekt und durfte auch der Anlagenvermittler sich auf den Prospekt und auf seine eigene Vertriebsschulung verlassen, so muss direkt die Gründungsgesellschafterin als Verantwortliche haften, wenn es zu Schäden bei den Anlegern kommt.

Die Klägerin vor dem LG Hamburg zeichnete in 2009 eine Beteiligung im Wert von 13.514 € bei dem von HCI und MPC aufgelegten Fonds zur Finanzierung einer mobilen Tiefsee- Halbtaucher- Erkundungsplattform für Öl- und Gasvorkommen, den „Deepsea Oil Explorer“- Fonds. Sie hatte mit ihrem Anlageberater, der im Prozess gegen die HCI Hanseatische Capitalberatungsgesellschaft mbH & Co. KG als Zeuge auftrat, ausdrücklich über die möglichen Risiken des Projekts gesprochen, die durch Verzögerungen entstehen können. Wie der Prospekt vermuten ließ und auch nach Kenntnis des Anlagevermittlers, sollte gegen solche Risiken eine sogenannte „Delay-In-Start-Up- Versicherung“ (Wortwörtliche Übersetzung: Verspätung-beim-Anlauf- Versicherung) abgeschlossen worden sein.

Tatsächlich befand sich der „Deepsea Oil Explorer“- Fonds von Anfang in schwerem Fahrwasser. Zwar konnte jeweils ca. 105 Mio. US-$ Privatanlegervermögen von HCI und MPC zur Finanzierung eingesammelt werden, jedoch kam es bereits bei der Auslieferung und Fertigstellung der verschiedenen Teile der Plattform durch den Generalunternehmer SBM unter anderem wegen eines Brandes zu erheblichen Verzögerungen. Der brasilianische Charterer Petrobas stellte daraufhin Strafzahlungen in Rechnung. Auch verschiedene Sanierungskonzepte konnten den Fonds nicht stabilisieren. Die Delay-In-Start-Up- Versicherung griff nicht ein, weil das Verschulden von SBM der Fonds- Gesellschaft zugerechnet wurde und die Versicherung Verzögerungen durch eigenes Verschulden nicht abdeckte.

Die Klägerin berief sich nun darauf, dass sie nicht ausreichend von ihrem Anlageberater über das Risiko aufgeklärt worden war, dass die Delay-In-Start-Up- Versicherung nicht umfassend alle Verzögerungsrisiken abdeckte und verlangte somit die Rückabwicklung der Zeichnung. Das Verschulden des Beraters sei der Gesellschaft zuzurechnen wie eigenes Verschulden. Das Hamburger Landgericht gab ihr Recht und verurteilte die HCI Gesellschaft zum Schadensersatz also zur Rückzahlung ihrer Einlagesumme.

In der Kanzlei RSW Beratung mit Sitz in Dülmen, Münster, Steinfurt und Nordhorn ist Herr Rechtsanwalt Thomas Kreyenkötter tätig, der die Qualifikation als Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht besitzt. Er kann Sie umfassend beraten, wenn auch Ihr Anlageberater sich seinerseits auf eine fehlerhafte Schulung beruft. Gemeinsam ist dann unter Umständen ein Vorgehen gegen die Gründungsgesellschaft möglich.

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MPC Capital: Bioenergie-Fonds entpuppt sich als Reinfall

Anleger von MPC-Fonds stehen hohe Verluste ins Haus

Das Emmissionshaus MPC Capital machte mit seinem „Bioenergie 1“- Fonds einen Ausflug in die erneuerbaren Energien. Investiert wurde in den Bau und Betrieb eines Biomasse-Kraftwerks in Südbrasilien, das aus Reishülsen Strom erzeugt. Gleich dreifach sollte mit dem Abfallprodukt „Reishülse“ Geld verdient werden, nämlich durch Stromerzeugung, durch Handel mit CO²-Zertifikaten und durch Handel mit der entstehenden Asche. Aktuellen Berichten zufolge ist dieser Ausflug gescheitert.

Trotz der versprochenen Aussichten ließen sich bereits lediglich 12,7 Mio. € an Anlagekapital einsammeln, statt der beabsichtigten 27 Mio. €. Die Schwierigkeiten des Fonds setzten sich fort, als die neugebaute Anlage statt in 2010 erst 2012 ans Netz ging. Gegen das verantwortliche Unternehmen „AREVA“ läuft derzeit eine Schadensersatzklage. Doch auch nach Inbetriebnahme konnte das Kraftwerk nicht die geplanten Erträge erzielen und warf dementsprechend nicht die prospektierten Gewinne ab. Selbst der beabsichtige Verkauf der Anlage konnte bisher nicht verwirklicht werden mangels ernstzunehmender Angebote. Zum Ende des Jahres 2014 wurde schließlich die Absicht einer der kreditgebenden Banken bekannt, einen Kredit in Höhe von 6,3 Mio. € fällig stellen, den der Fonds wohl nicht bedienen kann. 

Es kursieren in Fachkreisen Angaben, dass im besten Falle maximal 66 % der angelegten Investitionen zurückgezahlt werden können. Von dem besten Fall sei zurzeit nicht auszugehen. Die Handlungsalternativen, die MPC den Bioenergie-Anlegern anbietet, sollten daher stets auf die mögliche Motivation, die MPC antreibt, überprüft werden. Denn das Unternehmen muss selbst mit hohen Verlusten rechnen, so dass in den Empfehlungen wohl kaum eine Fürsorgeverpflichtung gegenüber den Anlegern mitschwingt. Bei der Abwägung der nächsten Handlungsschritte kann eine fachkundige Beratung angezeigt sein. Herr Rechtsanwalt Thomas Kreyenkötter von der Kanzlei RSW Beratung mit Sitz in Münster, Dülmen und Steinfurt ist Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht und unterstützt Sie gern bei allen aufkommenden Fragestellungen und der Durchsetzung Ihrer Rechte.

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MPC Capital AG hält wichtige Informationen zurück

Feste Vercharterung der „Rio Adour“ läuft aus ¬ Verkauf oder erneute Kapitalzahlungen?

Anhand des Beispiels der „Rio Adour“ könnte man eigentlich als Anleger eines Schiffsfonds sagen: „Gerade noch einmal gut gegangen!“. Schließlich war das Schiff seit Auslieferung im Jahr 2006 bis 2014 vertragsmäßig fest verchartert an die Rederei CMA CGM. Angesichts des kränkelnden Schiffsmarkts ist das eine Bilanz, von der viele Anleger anderer schwimmenden Anlagenobjekte nur träumen können. Trotz der festen Vercharterung kam es allerdings nicht zu den versprochenen üppigen Ausschüttungen von insgesamt 56 % bis 2013, da sich wegen des gestiegenen Yen-Kurses die Darlehensbedingungen des Schiffsfonds änderten - und damit gerät die oben aufgestellte Aussage ins Wanken. 

Neben der Tatsache, dass sich die Anlage nicht wie versprochen rentierte, sind sogar noch weitergehende Verluste zu befürchten. Denn es sind immer noch lediglich ca. zwei Drittel der aufgenommenen Darlehen zurückgezahlt. Statt eine offene Informationspolitik zu betreiben, wurde jedoch bis zuletzt diese brisante Situation heruntergespielt. Noch im September 2013 bezeichnete die für MPC Capital-Fonds zuständige TVP Treuhand- und Verwaltungsgesellschaft für Publikumsfonds mbH die Fondsgesellschaft als in einer wirtschaftlich stabilen Situation befindlich. 

Nun ist der Chartervertrag, der so vorbildlich eingehalten wurde, allerdings ausgelaufen. TVP überfiel die Anleger kürzlich mit einer Ankündigung, die sie so nicht erwartet haben dürften: Entweder man verkauft das Schiff für einen ­ vermutlich ­ gleichen Veräußerungserlös oder man sammelt neues Kapital in Höhe von 6 Mio. US $ ein, um das Schiff weiter zu betreiben. Sollte im Falle des Verkaufs allerdings nicht der gleiche Veräußerungserlös erzielt werden, so steht den Anlegern eine Rückzahlung von Liquiditätsauszahlungen ins Haus. 

Anlegern kann nur geraten werden, den Personen, die sie bis zum letzten Moment nicht über den tatsächlichen aktuellen Stand ihrer Anlagen informierten, nicht erneut Geld in die Hand zu drücken, um sehen, was dabei herauskommt.

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Keine Enthaftung durch Wirtschaftsprüfergutachten

MPC Capital Investments GmbH beschönigte seine Prospektausführungen

Das Landgericht Hamburg verurteilt MPC Capital Investments GmbH zu Gunsten eines Anlegers zur Rückzahlung seiner gesamten Beteiligungssumme plus 5 % Zinsen, weil MPC die Aussichten des Dritten MPC Rendite-Fonds Britische Leben plus GmbH & Co. KG als zu positiv darstellte und damit den Anleger täuschte. Mit dem Urteil wurden die Rechte der Anleger gestärkt und Unternehmen davor gewarnt, ihre Prospekte mit Unwahrheiten aufzubessern. 

In dem vorliegenden Fall gaukelte der Prospekt dem Anleger vor, dass das Neugeschäft mit britischen Lebensversicherungspolicen nicht fondsgebundener Kapitallebensversicherungen einen kräftigen Aufwind erfuhr, während es tatsächlich stark rückläufig war. Insgesamt war dem potentiellen Anleger ein verfälschtes Bild zur Krisenfestigkeit des Anlageobjekts vermittelt worden und bisherige und aktuelle Schwächen nicht aufgeführt worden. Auch scheint der eigene Kenntnisstand von MPC Capital Investments auf äußerst unseriöse Weise im Dunkeln gehalten worden zu sein: Es hat offenbar nicht zu jeder der erworbenen Policen eine Einzelberechnung gegeben. 

Eine stattgefundene Prospektprüfung durch externe Wirtschaftsprüfer konnte MPC jedenfalls nicht entlasten. Obwohl diese nach dem Branchenstandard IDW S 4 durchgeführt worden war, waren die Prüfer mit so wenig Informationen bedient worden, dass das Gutachten MPC nicht retten konnte. Auch dies bedeutet eine Stärkung der Anlegerrechte, denn Anbieter von Anlagen können sich der Prospekthaftung nicht entziehen, indem sie gutgläubig belassene Wirtschaftsprüfer zur Prospektprüfung zwischenschalten.

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Übernahmedeal in der Schiffahrtsbranche

Ahrenkiel von MPC und Thien & Heyenga übernommen

Bewegung in der Schifffahrtsbranche: Die krisengeplagte Reederei Ahrenkiel ist durch die MPC Gesellschaft MPC Münchmeyer Petersen Steamship und dem Schiffsmanagement-Anbieter Thien & Heyenga übernommen worden. Das Hamburger Unternehmen Ahrenkiel befand sich bereits seit längerem in finanziellen Schwierigkeiten. Nach der Übernahme werden die Ahrenkiel-Schiffe von der neu gegründeten Ahrenkiel Steamship zusammen mit Schiffen von MPC und Thien & Heyenga gemanagt. Die neue Gesellschaft umfasst 62 Schiffe und zählt damit zu den größeren im Containerbereich, sodass sich die Wettbewerbsfähigkeit auf dem angeschlagenen Schiffsmarkt verbessern dürfte.

So gut die Übernahmenachrichten auch klingen mögen - es bleiben dennoch offene Fragen. Zum Beispiel ist bislang unklar, was die Übernahme für Anleger von Fondshaus Hamburg (FHH)-Fonds bedeuten wird. Die Ahrenkiel-Gruppe ist Mehrheitsgesellschafter von FHH, weshalb die FHH-Fonds von der Übernahme betroffen sind. Ob dies Änderungen zur Folge haben wird, ist noch nicht bekannt. FHH-Anlegern ist angeraten, die weiteren Vorgänge rund um die neue Ahrenkiel Steamship aufmerksam zu verfolgen.

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