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POC: Alles neu macht der Mai

Proven Oil Canada Gesellschafterversammlung steht hinter neuer Spitze

Ein Beitrag von Rechtsanwalt Thomas Kreyenkötter, Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht, und von Dipl.- Jur. Katharina Jule Engler, wissenschaftliche Mitarbeiterin.

Proven Oil Canada berichtet auf seiner Homepage stolz vom Um- und Aufschwung, von dem Erfolg der Solidargemeinschaft. Im Januar 2017 war die Geschäftsführungsebene ausgetauscht worden und die freien Posten mit Herrn Edmund Kockartz und Herrn Christochowitz besetzt worden, beide selbst Anleger der POC- Fonds. Seitdem bemühte man sich unermüdlich, neues Geld von den Investoren einzusammeln, um die Insolvenz abzuwenden und das Fördergeschäft auf Trab zu bringen. Dies ist scheinbar geschafft, die Euphorie ist jedenfalls groß.

Gleichwohl sollten Anleger vorsichtig bleiben. Schließlich bleiben rund 300 Millionen der ursprünglich eingesammelten Anlegergelder weiterhin verschwunden. Konkrete Zahlen und stichhaltige Gutachten werden nicht präsentiert, stattdessen handelt es sich eher um Absichtserklärungen. Auch fotografiert die neue Geschäftsführung zwar liebevoll die Förderstellen in Kanada im Schnee und stellt sie auf der Homepage zur Verfügung, aber ob sie auch mit der notwendigen Sachkunde vorgehen können, bleibt ungewiss. Es besteht zwar durchaus die Chance, dass zumindest nicht alle Gelder der Anleger verloren gehen, aber das bedeutet noch nicht, dass Herr Kockartz und Herr Christochowitz POC völlig erneuern und zu einer renditestarken Anlage umwandeln können.

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17.06.2016
07:57

Proven Oil Canada – Liquidationen und rechtsverbindliche Verträge

Das kanadische Öl hat seinen Reiz verloren

Ein Beitrag von Rechtsanwalt Thomas Kreyenkötter, Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht, und von Katharina Jule Engler, studentische Hilfskraft.

Wir berichteten bereits im November letzten Jahres von der Insolvenz der kanadischen Gesellschaft COGI Inc. COGI ist die Muttergesellschaft der deutschen Gesellschaft Proven Oil Canada (POC), die die Fonds POC 1 u.2, POC Growth 1-4, POC Natural Gas 1 und POC Oikos auflegte. Die eingesammelten Anlegergelder sollten untere anderem in Gas- und Ölquellen investiert werden. Im März fanden zu sechs der aufgelegten Fonds Gesellschafterversammlungen statt. Auf allen Versammlungen wurde die Liquidation der Fonds beschlossen, um so schnell wie möglich die verlustreiche Geschichte der POC Gesellschaften abzuschließen.

Einen besonders bitteren Beigeschmack dürfte die Liquidation für einen Teil der Anleger haben. Denn in der Vergangenheit forderte die Fonds- Verwaltung erfolgte Auszahlungen von den Anlegern zurück. Einige zahlten, andere nicht. Die eingegangenen Zahlungen reichten aus, um die Liquidität der Gesellschaften aufrecht zu erhalten, so dass eine geordnete Rückabwicklung stattfinden kann anstelle eines Insolvenzverfahrens. Die Kosten dieser Liquidation tragen somit diejenigen, die der Rückzahlungsaufforderung nachgekommen sind. 

Schmerzlich dürfte außerdem sein, dass das Gehalt der Geschäftsführerin Monika Galba zu den entstehenden Kosten zählt. Frau Galba machte sich durch sehr zurückhaltende Informationspolitik nicht gerade beliebt bei den Anlegern; ungeklärt ist, inwieweit sie selbst die Pleite zu mitverantworten hat. Die Tatsache, dass gerade sie trotzdem noch weiter üppige Gehaltsschecks erhält, dürfte bei vielen Anlegern auf Unverständnis stoßen.

Während für sechs der acht POC Fonds die Liquidation schon beschlossen ist, steht eine entsprechende Entscheidung für die Fonds POC Oikos und POC Growth 4 noch aus. Die Gesellschafterversammlungen treten heute, am 17.06.2016, zusammen. Insbesondere beim POC Oikos dürfte brisant sein, dass im April bekannt gemacht wurde, dass ein Kaufvertrag für ein Kraftwerk rechtsverbindlich abgeschlossen wurde.  Wie üblich bei Proven Oil Canada waren aber keine weiteren Informationen nach außen gedrungen, so dass eine Einschätzung der Lage sicher schwierig gestaltet. Den gebeutelten Anlegern kann nur gewünscht werden, dass bei diesem neusten Deal nicht noch mehr Geld in den Wind geblasen wurde.

Wenn Sie Anleger der POC Fonds sind und Fragen zu den aktuellen Entwicklungen und Möglichkeiten haben, können Sie sich über die Kanzlei RSW Beratung mit Sitz in Münster, Dülmen, Plettenberg, Nordhorn und Steinfurt an den Rechtsanwalt Thomas Kreyenkötter wenden. Herr Kreyenkötter ist Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht und ist somit besonders qualifiziert bezüglich aller Fragen und rechtlichen Handlungen, die im Zusammenhang mit gescheiterten Anlageentscheidungen stehen.  

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24.11.2015
12:09

Proven Oil Canada: Insolvenzverfahren der Muttergesellschaften eröffnet

10.000 Anleger müssen um ihr investiertes Vermögen bangen

Ein Beitrag von Rechtsanwalt Thomas Kreyenkötter, Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht, und von Katharina Jule Engler, studentische Hilfskraft.

Die Proven Oil Canada GmbH (POC) stellt sich auf ihrer Homepage selbst als Verwalterin professionell gemanagter Öl- und Erdgasbeteiligungen in Kanada vor. Die Entwicklung seit 2013 weist allerdings sowohl beim Management der Investitionen in Kanada als auch bei der Verwaltung in Deutschland durch POC sehr wenig Professionalität auf. 

POC legte 8 geschlossene Fonds auf, bei denen die Anleger Mitunternehmer in einer GmbH & Co. KG wurden. Bei einem geschlossenen Fonds hat ein Initiator eine Idee für die Umsetzung eines Projekts. Weil ihm Geldmittel fehlen, wirbt er bei privaten und professionellen Anlegern um Geld, das sie nach Erfolg des Projekts ausreichend verzinst zurückerhalten sollen. Ist genug Geld eingesammelt worden, wird der Fonds geschlossen, also werden keine weiteren Anleger angeworben sondern das Projekt angestoßen. Im Falle der POC Fonds wurden kanadische Tochtergesellschaften gegründet. Sechs der kanadischen Gesellschaften investierten in Öl- und Gasquellen, eine nur in Gasquellen und eine in ein Holzverstromungskraftwerk. POC selbst gibt an, dass hauptsächlich in bereits produzierende Öl- und Gasquellen investiert werde, die über nachgewiesene, gutachterlich bestätigte Reserven verfügen. Als Anreiz für die Anlage wurden 12 % Rendite pro Jahr auf die eingezahlte Summe versprochen. Eingesammelt wurden ca. 255 Millionen Euro von 10.000 Anlegern, was schätzungsweise 430 Millionen kanadischen Dollar entspricht. 

POC sammelte dabei nur das Geld ein, die Geschäfte der Gesellschaften und die Investitionen in Kanada wurden von der Muttergesellschaft „Conserve Oil Group Inc.“ (Conserve Inc.) gemanagt. Zu dieser gehörte auch der General Partner (Geschäftsführung) „Canadian Oil & Gas International Inc. LP“ (COGI). Der Vorstand beider Gesellschaften ist bzw. war David Crombie, so dass die Führung verschiedener Namen jedenfalls keine größere Gruppe an möglichen verantwortlichen Personen bedeutet.  

Entwicklung

Die Schwierigkeiten der Fonds begannen 2013. Ohne wirkliche Gründe für die Zahlungsschwierigkeiten der Fonds zu nennen, wurde versucht, in einem Restrukturierungsprogramm gehaltene Öl- und Gasquellen zu verkaufen. Laut Medienberichten (Wirtschaftswoche am 03. März 2014) sollten dabei sogar die sogenannten Kerngebiete verkauft werden. Dies spricht für eine Taktik, die vor allem auf schnelle Liquidität abzielte und nicht auf langfristige Sicherheit und Erholung der Fonds. Die Anleger seien dagegen in dem Glauben belassen worden, es würden nur unbedeutende Nebengebiete verkauft. Offensichtlich ging dieses Restrukturierungsprogramm fehl, es konnte lediglich eine Quelle verkauft werden. 

Anfang 2014 wurden die Ausschüttungen der Fonds gestoppt. „Lediglich vorläufig“ sei diese Maßnahme hieß es im Anlegeranschreiben dazu. Mitte 2014 brach dann zudem der Ölpreis ein. 

Mitte dieses Jahres wurden dann die Zweifel an der Liquidität der Gesellschaften Gewissheit. POC forderte insgesamt 27 Millionen Euro der bereits ausgeschütteten Gelder zurück, was ca. 900 Euro je Beteiligung sind, durchschnittlich sich für die einzelnen Anleger aber auf ca. 2700 Euro aufsummiert, weil häufig eine Mehrfachbeteiligung vorliege. Hintergrund sei vor allem der niedrige Ölpreis. Die COGI Inc. könne einen Kredit in Höhe von rund 49 Millionen nicht zurückzahlen, weshalb nun die Anleger herangezogen würden. POC stellte sich positiv, dass dieses „sehr konkrete finanzielle Problem“ bald ausgeräumt sei, sofern die Anleger nur dem Rückzahlungsverlangen nachkommen würden. Bereits zu diesem Zeitpunkt ergab aber schon eine einfache Rechnung, dass auch bei vollständiger Rückzahlung ein Finanzierungsrückstand in Höhe von 15 Millionen kanadischen Dollar nur bezüglich des fällig gestellten Darlehens bestehen blieb. 

Insolvenz von COGI Inc., COGI LP und Conserve Oil Group Inc.

Nun folgt der GAU. Für die kanadischen Gesellschaften COGI und Conserve Inc. hat der – bisher noch vorläufige – Insolvenzverwalter (im englischen „Receiver“) am 06.11. einen Antrag auf Insolvenz in Calgary, Kanada gestellt. In seinem Antrag und einem weiteren Bericht weist der Receiver ausdrücklich auf das komplexe und unübersichtliche Firmengeflecht hin, bei dem Vermutungen bestehen, dass Zahlungen und Prozesse außerhalb seiner Verfügungsmacht ausgeführt werden könnten. Es besteht somit der Verdacht auf ein betrügerisches Konstrukt. David Crombie ist am 28. Oktober als Vorstand der Gesellschaften zurückgetreten. 

Die Entwicklung spricht für sich. Bevor weitere Schritte oder weiteres Geld zurücküberwiesen werden, sollte dringend abgewartet werden, was im Weiteren passiert (Informationen in Englischer Sprache auf der Seite des Receivers http://mnpdebt.ca/en/corporate-insolvency/corporate-engagements/pages/details.aspx?title=cogi-ltd). Sollten Sie juristische Beratung wünschen, können Sie Herrn Rechtsanwalt Thomas Kreyenkötter kontaktieren über die Kanzlei RSW Beratung mit Sitz in Münster, Dülmen, Nordhorn und Steinfurt. RA Kreyenkötter ist Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht und somit Experte für alle Fragen rund um Kapitalanlagebetrug und andere schädigenden Handlungen auf dem Geldmarkt.

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