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16.12.2014
08:11

Shedlin Capital AG: Eigen-Insolvenzantrag gestellt

Hinhaltetaktik oder ernsthafte Reformbemühungen

Die Shedlin Capital AG bezeichnet sich auf ihrer eigenen Homepage als unabhängiges, international agierendes Emissions- und Investmenthaus, das sich auf die Entwicklung und Strukturierung von Investitionen in Wachstumsmärkte spezialisiert hat. Zum Beispiel hält die AG einen Fonds, der in ein Solarkraftwerk in Bulgarien investiert, einen für Investitionen am chinesischen Immobilienmarkt oder die in Verruf gekommenen Fonds zur Finanzierung eines Krankenhauses mit angeschlossener Spezialklinik in Abu Dhabi (SHEDLIN Middle East Health Care I & II).

Investitionen in Wachstumsmärkte bergen üblicherweise die Gefahr hoher Verluste, wenn sich das vorausgesagte Wachstum nicht entsprechend der Erwartungen entwickelt. Offensichtlich hat auch die Shedlin AG sich dabei verkalkuliert; Ende November wurde ein Eigen-Insolvenzantrag von Seiten der Gesellschaft gestellt.

In einem bekannt gewordenem Anlegerinformationsschreiben zum Insolvenzantrag wiegelt der neubestellte Vorstand Ralf Landwehr die Gefahren für Anleger ab. Es sei lediglich die Muttergesellschaft „Shedlin Capital AG“ als Organträger insolvent als Folge einer Umstrukturierung. Die Gesellschaften, in die das Geld der Anleger geflossen ist, und die fondsbezogenen Gesellschaften seien dagegen von der Insolvenz unberührt.

Zum besseren Verständnis der Aussage sei die mehrstufige Organisationsstruktur bei Shedlin kurz dargestellt: Die Shedlin Capital AG hält vier fondsbezogene Gesellschaften (Shedlin Management GmbH, Shedling Geschäftsführungs GmbH, Shedlin Verwaltungs GmbH, Shedlin Vertriebsservice GmbH), die als ihre Kommanditisten agieren. Weiterhin gibt es die projektbezogenen Gesellschaften, wie die z.B. die SHEDLIN Middle East Health Care- Fonds, in die die Gelder der Anleger investiert wurden und werden.

Der versteckte Aussagegehalt der Mitteilung, dass bei den übrigen Gesellschaften also alles in Ordnung sei, darf jeder für sich selbst hinterfragen. Das Krankenhaus in Abu Dhabi ist jedenfalls noch nicht gebaut. Von Experten wird angezweifelt, dass es sich bei den „Umstrukturierungen“ tatsächlich noch um realistische Rettungshandlungen handelt. Stattdessen führe der Vorstand bloß Ablenkungsmanöver aus, um die Anleger davon abzubringen, ihre Anlage zurückzufordern oder Schadensersatzklagen anzustrengen. Je mehr Zeit seit Vertragsabschluss verstreicht, desto näher rücken mögliche Verjährungsfristen.

Wenn Sie auch misstrauisch geworden sind, sollten Sie nicht zögern zu handeln. Lassen Sie sich über die Möglichkeiten, die Ihnen offenstehen, beraten, bevor Ihre Anlage wertlos wird. Herr Rechtsanwalt Thomas Kreyenkötter von der Kanzlei RSW Beratung ist Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht und Spezialist auf dem Gebiet der Anlegerrechte. Wenden Sie sich mit Ihren Fragen gern an ihn und vereinbaren einen Termin an einem der Kanzleistandorte in Münster, Dülmen oder Steinfurt.

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