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07.07.2015
08:56

Prokon: Gläubigerversammlung entscheidet sich für Genossenschafts-Modell

Entlassung aus der Insolvenz am 31.07. oder 31.08

Ein Beitrag von Rechtsanwalt Thomas Kreyenkötter, Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht, und von Katharina Jule Engler, studentische Hilfskraft.

In der Gläubigerversammlung am vergangenen Donnerstag entschied sich ca. 60 % der Gläubiger für das Genossenschafts-Modell und damit für einen der von dem Insolvenzverwalter Dr. Dietmar Penzlin vorgeschlagenen Sanierungswege. Damit wird es also nicht zu einer Übernahme Prokons durch den Konzern EnBW kommen. 

Als nächster Schritt folgt nun die rechtskräftige Bestätigung des Insolvenzplans durch das Insolvenzgericht. Mit der Aufhebung des Insolvenzverfahrens ist am 31.07. oder am 31.08. zu rechnen. Bis zu diesem Zeitpunkt werden die Geschäfte von Dr. Penzlin weitergeleitet. 

Der neue Aufsichtsrat, dem Udo Wittler vorsitzen wird, wird aus fünf Personen bestehen. Udo Wittler war früherer Vorstandsvorsitzender der BAG-Bank Hamm (Bad Bank der Raiffeisenbanken) und zuvor bei der Deutschen Bank tätig. Wolfgang Siegel wird als Wittlers Stellvertreter im Aufsichtsrat fungieren. Er war und ist Vorstandsmitglied des „Die Freunde von Prokon e.V.“, der sich maßgeblich für die Weiterführung von Prokon im Genossenschafts-Modell einsetzte. Siegel hat keine Geldwirtschafts- „Vorgeschichte“, sondern ist Psychotherapeut in Dortmund. Komplettiert wird der Aufsichtsrat durch einen Wirtschaftsprüfer und zwei Betriebswirte. Die Vorstandsposten der Genossenschaft werden bis auf Weiteres mit dem jetzigen Prokon-Geschäftsführer Diplom-Betriebswirt Kai Peppmeier und dem Diplom-Kaufmann Markus Bennemann besetzt. 

All diejenigen, die noch Forderungen gegenüber Prokon haben, können bis Ende 2015 mit einer Abgleichung in Höhe von 34,5 % ihrer Ansprüche rechnen. Ab 2017 ist mit einer zweiten Auszahlung voraussichtlich in Höhe von ca. 23,3 % der bestehenden Forderungen zu rechnen.

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30.06.2015
10:58

Prokon: Entscheidende Sitzung des Gläubigerausschusses am Donnerstag

Wie wird Prokon fortgeführt?

Bei der Anfang 2014 pleite gegangenen Genussrechte anbietenden Prokon stehen die entscheidenden Schritte unmittelbar bevor. Am Donnerstag, dem 02.07., wird die Gläubigerversammlung zusammentreten und entscheiden, ob Prokon als Genossenschaft fortgeführt werden wird oder an die EnBW Windkraft Beteiligungsgesellschaft mbH verkauft wird. EnBW gilt als Deutschlands drittgrößter Energieversorger. Zuletzt wurden im Mai vom Handelsblatt gemeldet, dass die Gewinne des Konzerns weiter sanken. Mit dem Aufkauf von Prokon erhofft sich EnBW eine Stärkung der eigenen Position am Energiemarkt durch Ausbau der Wasser- und Windkraftenergiesparte.

Nun wird bekannt, dass wohl eine Umwandlung in eine Genossenschaft favorisiert wird. Die Frist für die Zusendung der verbindlichen Zustimmungserklärungen zur Umwandlung in die Prokon eG wurde wegen des Poststreiks bis morgen, dem 01.07, verlängert. Alternativ können die Zustimmungserklärungen vor dem Beginn der Gläubigerversammlung in den Hamburger Messehallen am kommenden Donnerstag abgegeben werden. Auch bei einer Zustimmung zur Umwandlung in eine Genossenschaft ist mit dem Verlust von der Hälfte der eingezahlten Gelder zu rechnen, was sich auf ca. 1,44 Mrd. € beläuft.

Es kann Genussrechteinhabern nur geraten werden, die Zukunft von Prokon aktiv mitzugestalten und die eigenen Rechte auszuüben. Nähere Informationen von dem Prokon- Insolvenzverwalter Dr. Dietmar Penzlin können auf der Homepage des Unternehmens (http://www.prokon.net/?page_id=11) abgerufen werden.

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06.01.2015
11:17

Prokon: Unverbindliche Befragung zu alternativen Insolvenzplänen beendet

Verbindliche Entscheidung Anfang 2015 zu erwarten

Der Insolvenzverwalter des Genussrechteanbieters PROKON Regenerative Energien GmbH Dr. Dietmar Penzlin treibt die Sanierung des Unternehmens weiter voran. Er erarbeitete zwei alternative Insolvenzpläne, die er den Genussrechtinhabern Ende November in einer unverbindlichen Befragung vorstellte. Rund 51.000 Genussrechteinhaber beantworteten die Befragung, so dass an den Ergebnissen bereits Tendenzen für die bevorstehenden Entscheidungen abgelesen werden können.

Zum einen haben die Gläubiger Prokons auf der nächsten Gläubigerversammlung die Möglichkeit, für den „Genussrechtsinhaber-Insolvenzplan“ zu stimmen. Dieser sieht vor, dass sich die Genussrechteinhaber langfristig unternehmerisch an Prokon beteiligen, also Anteile des Unternehmens erwerben. Dabei müssten sie allerdings zunächst auf einen Teil ihrer Investitionen verzichten. Von den Befragten sprachen sich ca. 34.000 mit einem gemeinsamen Genussrechtskapital von rd. 780 Mio. € für diese Variante aus.

Der alternative „Investoren-Insolvenzplan“ sieht dagegen einen Verkauf der Unternehmensanteile an einen außenstehenden Investor vor. Der erzielte Verkaufserlös stände dann zur Gläubigerforderungen zur Verfügung. Für diese Variante entschieden sich die übrigen 17.000 an der Befragung teilnehmenden Genussrechteinhaber mit einem Gesamtkapital von 320 Mio. €. 

Die verbindliche Befragung mit konkreteren Informationen soll nun vorbereitet und zeitnah an die Genussrechteinhaber verschickt werden. Laut veröffentlichter Mitteilung bereitet Herr Dr. Penzlin weiterhin beide Möglichkeiten vor, befindet sich somit auch auf der Suche nach einem passenden Investor, obwohl diese Alternative vorläufig weniger Stimmen erhielt. 

Trotz dieses Mut machenden Aktionismus ist ein völlig glimpflicher Ausgang bei beiden Alternativen nicht zu erwarten. Es sei weiterhin mit einem Verzicht auf Forderungen in Höhe von bis zu 50 % zu rechnen. Machen Sie von Ihren Rechten Gebrauch, wenn Sie einen Schaden erlitten haben. Für eine Beratung steht Ihnen der Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht Herr Thomas Kreyenkötter von der Kanzlei RSW Beratung zur Verfügung. Sie erreichen ihn telefonisch oder an den Kanzleistandorten in Münster, Dülmen oder Steinfurt.

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Bundesregierung legt Entwurf für „Prokon-Gesetz“ vor

Kleinanlegerschutz steht bürokratischem und finanziellem Mehraufwand gegenüber

Ende Juli dieses Jahres legte die Bundesregierung einen Entwurf des sogenannten Kleinanlegerschutzgesetzes vor, mit dem insbesondere Passagen des bereits bestehenden Vermögenanlagengesetzes (VermAnlG) abgeändert werden sollen. Angeregt auch durch die Erfahrungen aus der Prokon- Pleite (wir berichteten) sollen Anleger vor Risiken des sogenannten grauen Kapitalmarkts geschützt werden. Wie die Bundesregierung in dem Entwurf selbst ausführt, beruhten die damals entstandenen Schäden auch darauf, dass die Anleger fälschlicherweise annahmen, hohe Renditen ohne Risiko erreichen zu können. Weiterhin habe die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) nur unzureichende Möglichkeiten gehabt, die Anleger durch präventive Aufsichtsmaßnahmen vor Vermögensverlusten zu schützen. Mit dem vorgelegten Entwurf soll nun die Transparenz von Vermögensanlagen weiter erhöht werden, damit Anleger die Seriosität und die Erfolgsaussichten einer Anlage besser einschätzen können und so in der Lage sind, informierte und risikobewusste Entscheidungen zu treffen. Damit soll der Schutz von Anlegern weiter verbessert werden und das Risiko von Vermögenseinbußen vermindert werden. So werde weiterhin die Sicherheit des deutschen Finanzmarktes, das Vertrauen in denselben und die Anlagebereitschaft allgemein gestärkt.

Im Wesentlichen sieht der Entwurf gesetzliche Änderungen bezüglich 

  • der Konkretisierung und Erweiterung der Prospektpflicht,
  • ergänzenden Angaben zu personellen Verflechtungen der Initiatoren,
  • Pflichten, auch nach Beendigung des öffentlichen Angebots für Vermögensanlagen bestimmte Informationen mitzuteilen,
  • der Einführung einer Mindestlaufzeit der Vermögensanlage,
  • der Einführung eines Product Governance-Prozesses,
  • Verschärfungen der Rechnungslegungspflichten und
  • die Verankerung des kollektiven Verbraucherschutzes als ein Aufsichtsziel der BaFin vor.

Trotz der gutzuheißenden Intention des Gesetzgebers zukünftig Anleger vor risikoreichen Anlagen zu schützen, die ihnen durch aggressive und zum Teil irreführende Werbung vermittelt wurden – wie bei Prokon, wird das Gesetz von anderer Seite kritisch gesehen. Vornehmlich kommen die Kritiker aus den Reihen der kleineren Bürgerzusammenschlüsse wie zum Beispiel Unterstützer gemeinschaftlicher Wohnprojekte, die sich durch sogenannte Direktkredite ermöglicht werden. Sie befürchten, dass strengere Auflagen bezüglich der Bereitstellung von Verkaufsprospekten und eingeschränktere Werbemöglichkeiten ihre Möglichkeiten übersteigen und die „solidarische“ Finanzierung ihrer Projekte damit unmöglich wird. Da es sich bisher lediglich um den Entwurf des Gesetzes zum Kleinanlegerschutz handelt, bleibt abzuwarten, ob der Gesetzgeber die aufgeworfenen Bedenken im endgültigen Gesetz dann berücksichtigen wird. 

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22.07.2014
08:12

Prokon: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Prokon-Gründer und Gläubigerversammlung tritt zusammen

Anfangsverdacht gegen Carsten Rodbertus

Die Staatsanwaltschaft Lübeck hat Informationen preisgegeben, dass sie offizielle Ermittlungen gegen Carsten Rodbertus aufgenommen hat. Dieser hatte Prokon im Jahre 1995 gegründet und war bis Anfang Mai 2014 Geschäftsführer des Unternehmens. Es wird unter anderem untersucht, ob ihm Insolvenzverschleppung anzulasten ist. Welche weiteren Vorwürfe gegen ihn überprüft werden, ist nicht bekannt geworden. 

Zum Verlauf des Insolvenzverfahrens ist zu melden, dass sich der Insolvenzverwalter Dr. Dietmar Penzlin und drei große Gläubigergruppen dazu entschlossen haben, das Unternehmen fortzuführen. Dieser Schritt wurde damit begründet, dass eine Fortführung von Vorteil für die Gläubiger sei. Es steht dem Unternehmen somit eine umfassende Sanierung bevor. Heute soll ein dem entsprechender Auftrag zur Erstellung eines Insolvenzplans an Herrn Penzlin von der Gläubigerversammlung erteilt werden. 

Wenn Sie Fragen zu den Auswirkungen des von der Gläubigerversammlung beschlossenen Insolvenzplan haben, steht Ihnen als Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht Herr Thomas Kreyenkötter von der Kanzlei RSW Beratung mit Standort in Münster, Steinfurt und Dülmen kompetent zur Seite.

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